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14
September
2010

Model Manu ist Vizeweltmeisterin!

Im Ehrenkodex der Samurai findet man folgende Weisheit:
"Ist dein Gegner besser als du, warum dann kämpfen? Ist er nicht so gut wie du, warum dann kämpfen? Ist er ebenbürtig, wird er verstehen, was du verstehst, und es wird keinen Kampf geben."
 

Die magische Anziehung des Kickboxens liegt in Deutschland (und unter Frauen wohl besonders, Anm. d. Red.) daher auch nicht im Kampf mit einem Gegner, sondern in der Erreichung eines höchsten körperlichen Fitnesszustandes und damit einer Zufriedenheit, die sich auch geistig in Innerer Ruhe, Gelassenheit, Konzentrationsfähigkeit und Kreativität niederschlägt.

 

Unser Model Manu betreibt seit 2002 Kickboxen in ihrer Freizeit. Seit zwei Jahren nimmt sie an Wettkämpfen teil und lebt seit einem Jahr auch nach einem bestimmten Ernährungsplan. Unter uns: ich glaube ja, das ist nicht mehr gesund: 3*/Woche zum Training, dazu 1-2-3*/Woche 5-10km Joggen und dann nicht mal Essen und Trinken, wie man will?! Nun ja, ich gebe zu, den Unterschied zwischen ihr und mir sieht man auch inzwischen. Wir haben Manu nicht in jede unserer desigual-Blusen und Kleider stecken können -  zu viele Muskeln J

 

Nun aber kommt der Hit!

 

Unsere Manu ist nominiert, Deutschland bei der Weltmeisterschaft im Leicht-Kontakt-Kickboxen in Edinburg/GB in der Klasse der Veteranen Ü35 zu vertreten. Stattfinden wird das Ereignis, über das die Medien sicher "tagelang berichten" werden, in der letzten Oktoberwoche in Edinburgh.

 

Gratulation!

 

Unsere erste Reaktion war: da fahren wir mit. Femcity begleitet sein Model in die Kampfarena.

Aber vorher ist es noch ein langer Weg…insbesondere für Manu. Wie bereitet sich eine gestandene Frau über 35 Jahre, im Berufsleben stehend, verheiratet, ein Kind, auf diese Weltmeisterschaft vor?

 

Wir begleiten sie, sie wird uns Rede und Antwort stehen über ihre Vorbereitungen.

Und zum Ansporn, liebe Manu, hier noch ein wichtiges Zitat!...von Obi Wan aus Star Wars.

Trainiere als würdest du kämpfen, denn du kämpfst wie du trainiert hast!

 

Los geht’s.

Arlett und Bettina

 

 

Neuigkeiten aus EdinbVizeweltmeisterin Manu mit ihrer Silbermedaille im Edinburgher Meadow-Bank-Sport-Center Oktober 2010urgh:

Vizeweltmeisterin Manu mit ihrer Silbermedaille im Edinburgher Meadow-Bank-Sport-Center Oktober 2010

 

 

 

 

 

 

 

Kategorie: Lifestyle

Kommentare

Arlett
04.11.2010 | 15:47
Es ist vorbei....es ist geschafft...WIR SIND VIZEWELTMEISTER!!!! HURRA und GRATULATION MANU!!

Am Freitag landeten Bettina und ich in Edinburgh - leider etwas verspätet, so dass wir den Gold- Kampf des 12jährigen Dresdners nicht mehr mit ansehen konnten. Wir trafen Manu im MeadowBank Sportcenter in einer überfüllten, in gelbes Licht getränkten Halle, welche trotz offener Türen den Geruch des Schweißes und das Adrenalien atmete.
Dieser Platz war alles: drei Kampfarenen, Erwärmungszone für die Kämpfer, Zuschauertribüne und Erholungsort der Kämpfer - und auch der Ort der Siegerehrung. Es gab weder etwas zu Essen, noch zu Trinken. Und es gab auch keine Kämpfe nacheinander, sonders aus Zeitgründen wurde beschlossen, die Kämpfe UND die Siegerehrungen parallel laufen zu lassen.
So ergab es sich, dass ständig andere Leute auf den Zuschauerrängen standen - je nachdem, welche Nationalhymne gerade abgespielt wurde - nebenbei Kämpfe um Gold und Silber im Voll- und Leichtkontakt abliefen, nur unterbrochen von der Musik der Stocktänzer und anderer "Kampftänzer".

Und Manu - nun sie kämpfte sich entschlossen ins Finale und stand plözlich im Kampf um den Titel vor ihrem persönlichen Alptraum: eine riesige Frau mit doppelter Masse von 120kg.
Manu kennt die Strategie und hält sich wacker in der ersten Runde. Sie weiss, Masse ist langsam. Und doch: in der zweiten Runde schafft sie den Absprung nach dem Schlag einfach nicht, ist zu forsch und muss einstecken dafür, zu wenige instinktive schnelle Bewegungen und Schläge, nicht genug für Gold gegen diese Gegnerin. Sie muss das verdauen und kann sich erst nicht wirklich freuen. Nur Silber...Wir dafür umso mehr!
Wie beenden den Abend mit ihr in einem schicken Pub mit Essen, Bier und zünftigem Whisky. Dann ist unser gemeinsamer Ausflug auch schon vorbei.

Manu fliegt Samstag nach Dresden zurück - wir ziehen in Edinburgh durch die Modecenter und zu den Orten der Schauergeschichten der halfhanged Marry, Geisterbegegnungen, Leichenräuber und dem feschen Broddy, der als Vorbild für die Geschichte des Dr. Jekill und Mr. Hyde diente.

Herrliches Edinburgh, wir kommen wieder! Und es war jeden Tag Sonne! Und es war Halloween!

Nächstes Jahr findet die Weltmeisterschaft der Kickboxer in Griechenland statt und es ist ihnen zu wünschen, dort mehr Sponsoren, umfassendere Organisation sowie ein besseres Marketing zu bekommen.
Arlett
13.10.2010 | 10:41
Gestern waren wir joggen, es war neblig und die Luft frisch und zart eisig. Für Manu war lockeres Training an diesem Tag angesagt und ich hatte Luft genug, um meine Fragen zu stellen.
Sie ist unzufrieden mit sich, sagt sie. Wieso? Na ja, es läuft im Moment nicht so, wie sie möchte. Was denn? Nun, der Kopf ist zu oft dazwischen. Sie boxe im Partnertraining oft gegen Männer. Ja und, frage ich? Du bist doch bestimmt schneller? Nun es ist so, meint sie, stell dir vor, jemand bedrängt dich mit viel mehr Körperkraft als du entgegenzusetzen hast. Du musst in diesem Fall also schnelle Ein- und Ausfallbewegungen machen und sofort nachhaken, wenn etwas gelingt. Nur so kannst du in diesem Fall punkten. Sie denke im Moment zu viel nach, das verzögert die Bewegung der Arme und Beine, alles muss eigentlich viel instinktiver klappen.
Ich kann das verstehen, sage ich zu ihr, ich spiele Handball und sobald ich beim Torwurf nachdenke, welche Ecke wohl die Beste wäre, wird es Mist, während ich beim Torschuss ohne nachzudenken meistens richtig liege. Die Information geht aus dem Bauch in den Arm, ohne Umweg über den Kopf, das macht dich schneller und treffsicherer. Genau, sagt Manu, genau das klappt bei mir im Moment nicht und das ist frustrierend.
Ich frage sie, ob sie schon manchmal dieses Kribbeln im Bauch hat, weil es ja nur noch 2 Wochen sind. Das nicht, aber sie denke schon sehr oft daran...
Arlett
22.09.2010 | 20:20
Training, Training, jeden Tag Training - ich frage Manu, ob sie inzwischen eine Leistungssteigerung verspüre, die Ansporn ist. Nein, sagt sie, nicht wirklich, und erklärt, dass Trainingszyklen ein ständiges Auf und Ab bedeuten. Man bewegt sich auf ein bestimmtes Nievau hinauf, mit viel Anstrengung, Schweiß und Disziplin, dann kommt ein kleineres Tal, dann geht es wieder bergauf, ein Stückchen weiter, dann wieder ein Tal. Manchmal wirkt es schon stupide, vor allem, wenn man das Programm tagtäglich, Woche für Woche, zu absolvieren hat. Ich frage sie, wie man sich anspornt, gibt es Leistungstests an bestimmten Geräten oder ähnliches, welche die Muskelkraft, Schnelligkeit usw. messen? Nein, sie schüttelt den Kopf, das gibt es hier nicht. Die Kunst des Trainers liegt darin, dass sie genau auf den Punkt - also genau zur Weltmeisterschaft - auf einem Leistungshoch steht. Den gilt es vorzubereiten und auszuloten....und zu treffen. Viel Erfolg, Manu. Du bist so weit gekommen - das schaffst du auch noch!
Arlett
03.09.2010 | 10:17
Nun habe ich mir aber was anhören dürfen - Ihr habt ja Recht. Es sieht schon etwas merkwürdig aus, wenn ich mit dem Mann unseres Models in den Urlaub fahre. Daher vielleicht eine kleine Erklärung. Wir wohnen seit bald 15 Jahren Tür an Tür und unsere Kinder wachsen gemeinsam auf. Natürlich wird es getrennte Schlafzimmer geben. Wir haben uns gedacht - warum sich getrennt langweilen, wenn wir gemeinsam - besonders die Kinder - mehr Spass hätten.
Manu habe ich gestern eine neue Hose aus der Desigual-Kollektion gezeigt. Ich wusste, sie gefällt ihr! Die Hose ist aber auch der Oberhammer!! Man fühlt sich wie in eine Decke gehüllt - totale Bewegungsfreiheit und trotzdem sieht man toll schlank aus. Die Farben sind herbstlich und das Muster sportlich. Nun werden wir wohl eine Großbestellung für die Hose auslösen - und Manu meinte auf meine obligatorische Frage nach der Trainingsvorbereitung mit einem Grinsen im Gesicht: "Die nächste Trainingseinheit wartet - und die darauffolgenden Blutblasen sind gewiss."

http://www.femcity.de/Desigual_Pumphose_Neptuno/topic/tyNavigationTopicID
Arlett
03.09.2010 | 10:15
Am Dienstag fragte ich Manu, ob sie - wie eben dienstags jetzt - mit mir zusammen locker joggen geht. Sie antwortete mir aus dem Büro, dass sich heute alle Dresdner Weltmeisterschaftsnominierten treffen, um gemeinsam Intervallsprints und Treppenläufe zu absolvieren. Gern könne ich dazu stoßen...
Freunde - beim besten Willen, auch wenn ich dafür noch mehr Informationen erhalten hätte - Sprints....und Treppen hoch rennen ...mein "Schweinehund" lässt grüßen.
Ich habe mich für einen ganz anderen Akt der Nächstenliebe entschlossen: da Manu im Training sehr eingebunden ist und ihren sauer verdienten Urlaub ohne Familie in Edinburgh verbringen wird...nun ja...dann fahre ich eben mit ihrem Mann und ihrem Sohn und meinen Kindern in den Urlaub. Wenn das nicht eine gute Tat ist :-)
Arlett
22.08.2010 | 14:58
Samstag, 21. August
Wir haben uns die Woche kaum gesehen, das letzte Mal, als sie Donnerstag Abend zum Training aufbricht. Heute am Samstag haben sich alle 4 WM-Teilnehmer aus Dresden zum gemeinsamen Sprinten getroffen. Bergsprints- also an Hang - , Steigerungsläufe ...am Abend geht sie mit ihrem Mann aufs Stadtfest und kann kaum stehen. Ein Sitzplatz ist die lieblichste Aussicht an diesem Abend. Ihr Mann nimmt es gelassen...
Arlett
22.08.2010 | 14:53
Sonntag, den 15. August
Wir frühstücken gemeinsam, grinsend sitzt die 36jährige im Bademantel am Tisch, Muskelkater – der Lohn des Kämpfers. Heute wird sie „nur“ am Abend für zwei Stunden trainieren. Trainer ist Alexander Irmscher von der Kampfsportakademie Dresden. Er weiß, worauf es ankommt beim Kickboxen: Koordination der Arme und Beine, Kondition, Schnelligkeit, Präzision, Kraft. Manu muss an ihrer Präzision arbeiten. Die Kicktechniken müssen sitzen. Der Bundestrainer dagegen wird das Team miteinander vertraut machen, auch wenn sie auf dem Platz mitunter Gegner sind, ist der Zusammenhalt wichtig, gerade auf internationalem Parkett, und er wird auf Kondition setzen. Nur drei Treffen sind vorgesehen. Wie trainiert man am besten Kondition, frage ich Manu: Nun ja, antwortet sie, Ausdauerlauf, das ist klar, 8-10 km, ca. 40min, dann die Arbeit am Sandsack und an der Pratze. Pratze? Was ist das? Das ist ein Partner, der deine Schläge abhält, ihnen Kraft entgegenhält sozusagen. Aha.
Wichtig ist, meint sie nachdenklich, du musst gewillt sein, Grenzen zu überschreiten…ach ja, der innere Schweinehund, den kennt sie auch – der kann ihr aber kaum noch etwas anhaben, zu oft hat sie ihn bereits überwunden, der Wille ist stärker, schon lange.

Arlett
22.08.2010 | 14:52
Samstag, den 14. August
Wir treffen Manu nicht am Frühstückstisch an – sorry, keiner von uns wollte bereits 6.45 Uhr aufstehen – am Wochenende, das machen Weltmeister! Zwei Stunden Trainingstest am Vormittag, zwei Stunden am Nachmittag. Am frühen Abend schläft sie ein, unvermittelt, Tiefschlaf der Seeligen. So sehen wir uns erst am Sonntag wieder.